Schulentwicklung: Gute Prognose mit Wermutstropfen

02. August 2023

Im Mai hat die Fraktion der SPD Bürgerliste zusammen mit der Grünen-Fraktion eine Anfrage zur Schulentwicklung in Poing gestellt. Grund dafür ist, das ab 2026 für alle Eltern ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ihrer Kinder eingeführt wird. Ziel unseres Fragenkatalogs war deshalb, sich einen umfassenden Überblick darüber zu verschaffen, wo Poing mit seinen Schulen steht und ob auf unsere Gemeinde größere Investitionen zukommen, um den Rechtsanspruch erfüllen zu können.

Die Verwaltung hat unsere Fragen ausführlich beantwortet. Dafür bedanken wir uns herzlich! Nach den vorliegenden Daten und Prognosen hat Poing seine Hausaufgaben gemacht, teure Überraschungen sind nicht zu erwarten. Sowohl die Zahl der Betreuungsplätze in den Schulen als auch in den Horten ist ausreichend und kann bei Bedarf noch ausgebaut werden. Auch zusätzliche Räume müssen nicht gebaut werden, einzig die Mensa an der Anni-Pickert-Schule ist ein erforderliches Muss. Dafür sind die Gelder bereits eingeplant, das Gebäude wird voraussichtlich fristgerecht fertig.

Das ist der Teil, den unsere Gemeinde in der Hand hat. Sorgen bereitet uns dagegen der Teil der Schulentwicklung, den wir nicht beeinflussen können. Schon jetzt besuchen mehr Schülerinnen und Schüler als geplant die Realschule. Vermutlich wird dieser Trend sich fortsetzen und die Realschule weiter wachsen. Dafür gibt es diverse Gründe, unter anderem erfreut sich die Realschule allgemein wachsender Beliebtheit. In Poing kommt hinzu, dass viele Kinder zwar die Empfehlung für das Gymnasium haben, aber die Fahrt in andere Gemeinden scheuen und deshalb hier in die Realschule gehen.

Damit sind wir beim Dauerbrennerthema Gymnasium. Es kann nicht sein, dass wir hier im Landkreisnorden wachsende Probleme mit den Schülerzahlen bekommen und trotzdem das Gymnasium nicht von der Warteliste genommen wird. Wie wir jetzt den Medien entnehmen dürfen, will der Landrat plötzlich Gymnasium und Berufsschule auch noch gleichzeitig bauen, obwohl er vor nicht allzu langer Zeit nicht einmal eine der Schulen allein für finanzierbar hielt. Da müssen wir uns schon wundern. Selbst bei sparsamster Planung und Bauweise kann es sich unserer Meinung nach bei solchen Aussagen nur um substanzlose Wahlkampfhilfe für die Landtagswahl handeln.

Für den SPD-Ortsverein Poing
Christina P. Tarnikas, Gemeinderätin u. stellv. Vorsitzende

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